Mobbing

Systematischer Psychoterror kann einen schweren Eingriff in das Persönlichkeitsrecht und in die Gesundheit eines Arbeitnehmers darstellen. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet das Persönlichkeitsrecht seiner Beschäftigten zu schützen, dies auch vor Belästigungen durch Dritte wie z.B. Arbeitskollegen.

Urteil des Thüringer LAG vom 10. April 2001 – 5 Sa 403/00

Mobbing kann Schmerzensgeldansprüche auslösen. Das setzt dreierlei voraus:
– eine schwere rechtswidrige und schuldhafte Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts,
– das Erfordernis einer Genugtuung,
– das Fehlen einer anderen Möglichkeit, das Genugtuungsinteresse zu befriedigen.

Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder einigen Personen systematisch oft und über längere Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet. Mobbing zielt – je nach Erscheinungsform und Intention des oder der Störer – insbesondere auf das Recht an der Ehre, an der Eigensphäre, auf das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie auf die Glaubens- und Gewissensfreiheit der betroffenen Arbeitnehmer. Soweit sich der psychische Druck körperlich niederschlägt, ist zudem die Gesundheit als geschütztes Rechtsgut betroffen.

Die Betrachtung der neueren Entscheidungen der Instanzgerichte ergibt, dass ein Schmerzensgeldanspruch dann in Betracht kommt, wenn der Arbeitgeber durch eine unerlaubte Handlung rechtswidrig eine schwere Persönlichkeitsverletzung begangen hat. Damit halten die Instanzgerichte an der Formel des BAG fest, wonach die Zahlung eines Schmerzensgeldes einen schweren rechtswidrigen und schuldhaften Eingriff in das Persönlichkeitsrecht sowie Genugtuung erfordert und die Persönlichkeitsverletzung nicht in anderer Weise befriedigend ausgeglichen werden kann.

In der Praxis ist es jedoch häufig außerordentlich schwierig, Mobbing nachzuweisen. Für das Mobbing-Opfer stellt sich die Frage der richtigen Reaktion auf die Mobbing-Angriffe. Soll das Opfer sich den Angriffen entgegenstellen oder besser die Arbeitsstelle wechseln? Bei Bestehen eines Betriebsrats sollte dieser mit in die Verantwortung genommen werden.

In der anwaltlichen Praxis ist es kaum möglich, eine Patentlösung anzubieten. Reaktionen sollten gut überlegt sein, schließlich geht es auch um den Arbeitsplatz als Existenzgrundlage. Eine anwaltliche Beratung kann im Falle von Mobbing hilfreich sein, die richtige Reaktion auf die Angriffe zu finden. Lassen Sie sich frühzeitig beraten, wir helfen Ihnen gerne. Zum Thema Mobbing sehen Sie sich auch den Video-Chat den RA Ackermann gehalten hat unter: 2003-05-20 Mobbing an.